Leseforum Schweiz. Literalität in Forschung und Praxis


Intertextualität, Intermedialität und Literalität

Intertextualität durchzieht das gesamte literarische und mediale Schaffen. Jeder Text steht in Beziehung zu anderen – sei es durch Anspielungen, Zitate oder Verweise auf bekannte Werke. Julia Kristeva und Gérard Genette haben diesen Begriff geprägt und gezeigt, dass Literatur nie isoliert existiert, sondern immer Teil eines größeren Netzwerks von Texten, Autor:innen und kulturellen Einflüssen ist.
Gerade in der Schule spielt Intertextualität eine wichtige Rolle: Sie hilft Schüler:innen, Texte in ihrem kulturellen und historischen Kontext zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Auch beim (schulischen) Schreiben ist Intertextualität zentral: Schüler:innen greifen beim Verfassen eigener Texte bewusst oder unbewusst auf bereits bekannte Geschichten, Motive oder Textstrukturen zurück. Dies fördert kreatives Schreiben, aber auch die kritische Auseinandersetzung mit Literatur. Gleichzeitig wirft es Fragen zur Originalität und zum kreativen Umgang mit Quellen auf. Mit Intertextualität eng verknüpft sind Phänomene der Intermedialität: Schriftliche Texte können in anderen Medien wie Film, Musik oder Kunst repräsentiert sein und mit diesen interagieren, was insbesondere auch in der Kinder- und Jugendliteratur relevant ist.
Diese Ausgabe von leseforum.ch widmet sich diesen Fragen und lädt dazu ein, Intertextualität und Intermedialität aus literaturwissenschaftlicher, didaktischer und medienbezogener Perspektive zu beleuchten. Mehr

  • Seit 2018 entwickeln die Mediatheken der Haute École Pédagogique BEJUNE das Projekt «Geschichtenteppich», ein originelles textiles Hilfsmittel zur Förderung der Kinderliteratur im Klassenzimmer. Dieser Artikel erklärt das Konzept des Geschichtenteppichs, stellt das Angebot der Mediatheken der HEP-BEJUNE vor und blickt auf die bisherige Zusammenarbeit zurück, die Lehrkräften mögliche Nutzungsmöglichkeiten bietet, insbesondere für die Arbeit mit Intertextualität.

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  • Die beiden Autorinnen dieses Beitrags führen seit mehreren Jahren gemeinsam ein Forschungsprojekt durch, das darauf abzielt, Schülerinnen und Schüler darin zu schulen, eine sensible literarische Lektüre eines lateinischen poetischen Textes vorzunehmen. Das didaktische Szenario umfasst mehrere Schritte: 1. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die poetische Form und den Inhalt eines lateinischen Textes in der Originalsprache, in diesem Fall einen Auszug aus Buch 1 der Aeneis von Vergil; 2. Sie setzen den lateinischen Text in Resonanz mit einem modernen literarischen oder sonstigen Werk und dessen Ausdrucksmitteln - in diesem Fall ein Auszug aus E.E. Schmitts „Traversée des temps“; 3. Sie nutzen die im lateinischen Text und im anderen Werk erhobenen Kenntnisse und Fertigkeiten, um einen Text zur gleichen Thematik in der Schulsprache, in diesem Fall Französisch, zu erstellen. 
    Der vorliegende Artikel stellt die folgende Frage: Können die von den Schüler:innen im letzten Schritt erstellten Texte als intertextuell betrachtet werden, da sie unter Bezugnahme auf andere Texte verfasst worden sind? Um diese Frage zu beantworten, klären die Autorinnen zunächst den Begriff der Intertextualität; dann fassen sie das didaktische Szenario zusammen, das zur Erstellung der Texte führt, die sie anschliessend auf Mikro- und Makrostrukturebene analysieren, um die intertextuellen Bezüge zu den beiden zuvor analysierten Texten zu bestimmen. Die Analyse zeigt, dass die Produktionen der Schülerinnen und Schüler als intertextuell bezeichnet werden können und dass sich das didaktische Szenario gut für die Ausbildung des intertextuellen Schreibens eignet, unabhängig von den beteiligten Sprachen. 

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  • Es wird davon ausgegangen, dass Lehrmittel den Lerngegenstand, das (Schul-)Fach, wesentlich mitdefinieren. Sie dienen aber auch der didaktischen Gestaltung und Steuerung von Unterricht und bieten den Lehrenden und Lernenden idealerweise eine effiziente Lehr- und Lernbasis. Ihre Realisierung ist geleitet von (funktionalen) Annahmen bzw. Konzeptionalisierungen wirkungsvoller Lehrmittel, die oft als (fach-)didaktische Modelle vereinfacht, strukturiert und visualisiert werden. Im Rahmen der neuen rätoromanischen Lehrmittelreihe Mediomatix wurden zwischen 2016 und 2024 die sogenannten «Qualitätsquadranten» und der «Sprachgarten» als fachdidaktische Modelle (weiter)entwickelt und eingesetzt. Im vorliegenden Aufsatz werden diese Modelle vorgestellt und die Implementierung des sogenannten «Wortartenbaum» als Teilmodell des Sprachgartens in den rätoromanischen Lehrmitteln prototypisch dokumentiert. Der Sprachgarten und der Wortartenbaum werden abschliessend aus fachwissenschaftlicher Perspektive kritisch diskutiert und im Hinblick auf ihren fachdidaktischen Nutzen auch für andere Sprachen evaluiert.

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  • Es wird davon ausgegangen, dass Lehrmittel den Lerngegenstand, das (Schul-)Fach, wesentlich mitdefinieren. Sie dienen aber auch der didaktischen Gestaltung und Steuerung von Unterricht und bieten den Lehrenden und Lernenden idealerweise eine effiziente Lehr- und Lernbasis. Ihre Realisierung ist geleitet von (funktionalen) Annahmen bzw. Konzeptionalisierungen wirkungsvoller Lehrmittel, die oft als (fach-)didaktische Modelle vereinfacht, strukturiert und visualisiert werden. Im Rahmen der neuen rätoromanischen Lehrmittelreihe Mediomatix wurden zwischen 2016 und 2024 die sogenannten «Qualitätsquadranten» und der «Sprachgarten» als fachdidaktische Modelle (weiter)entwickelt und eingesetzt. Im vorliegenden Aufsatz werden diese Modelle vorgestellt und die Implementierung des sogenannten «Wortartenbaum» als Teilmodell des Sprachgartens in den rätoromanischen Lehrmitteln prototypisch dokumentiert. Der Sprachgarten und der Wortartenbaum werden abschliessend aus fachwissenschaftlicher Perspektive kritisch diskutiert und im Hinblick auf ihren fachdidaktischen Nutzen auch für andere Sprachen evaluiert.

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  • Es wird davon ausgegangen, dass Lehrmittel den Lerngegenstand, das (Schul-)Fach, wesentlich mitdefinieren. Sie dienen aber auch der didaktischen Gestaltung und Steuerung von Unterricht und bieten den Lehrenden und Lernenden idealerweise eine effiziente Lehr- und Lernbasis. Ihre Realisierung ist geleitet von (funktionalen) Annahmen bzw. Konzeptionalisierungen wirkungsvoller Lehrmittel, die oft als (fach-)didaktische Modelle vereinfacht, strukturiert und visualisiert werden. Im Rahmen der neuen rätoromanischen Lehrmittelreihe Mediomatix wurden zwischen 2016 und 2024 die sogenannten «Qualitätsquadranten» und der «Sprachgarten» als fachdidaktische Modelle (weiter)entwickelt und eingesetzt. Im vorliegenden Aufsatz werden diese Modelle vorgestellt und die Implementierung des sogenannten «Wortartenbaum» als Teilmodell des Sprachgartens in den rätoromanischen Lehrmitteln prototypisch dokumentiert. Der Sprachgarten und der Wortartenbaum werden abschliessend aus fachwissenschaftlicher Perspektive kritisch diskutiert und im Hinblick auf ihren fachdidaktischen Nutzen auch für andere Sprachen evaluiert.

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